Faire Kleidung ist zu teuer

Faire Kleidung ist zu teuer

 

Ich kanns nicht mehr hören. Dauernd sagen mir Bekannte, Freunde, Fremde, mit denen ich über die unwürdigen Bedingungen in der Kleiderproduktion rede, aber Fairtrade und oder Bio-Kleidung sei halt zu teuer, sie würden noch studieren, und können sich sowas nicht leisten.
Aber den Flug nach New York, die Michael Kors-Tasche, die Puma/Adidas-Turnschuhe, die können wir uns leisten?
Verkehrte Welt, das, versteh ich nicht. Ich habe in meinem ganzen Leben praktisch noch nie Markenkleidung gekauft. Ich finde das unnötig, und der Preis, - im Gegensatz zu nachhaltiger Kleidung - schlichtweg eine Frechheit. Unsere Eltern haben dies mit uns schon früh thematisiert: Dass Markenkleidung teurer ist, weil gewisse Leute ganz weit oben in der Produktionskette mehr Gewinne machen, und nicht, weil die Qualität besser ist. Das Ganze geht noch weiter. Teure Markenkleidung und Billigware, wie H&M, werden teilweise in denselben Fabriken produziert. Ihr glaubt mir nicht? Im Buch Todschick von Gisela Burckhardt wird dies Hugo Boss ausführlich mit H&M verglichen: http://www.focus.de/kultur/buecher/literatur-todschick-teure-mode-bedeutet-nicht-faire-produktion_id_4300779.html
Sicher, es gibt bestimmt einige wenige Ausnahmen, bei denen Markenartikel Sinn machen, wie Outdoorbekleidung oder Schuhe. Darum geht es jetzt aber nicht.
Kommen wir zurück zur Ausgangsaussage: Fairtrade ist zu teuer.
Habt ihr euch überhaupt schonmal die Preise von fairer Mode angeschaut?
Im Glore in Luzern bekommt ihr ein faires T-Shirt für 20 Fr.
http://www.glore.ch Diese Woche zeigt Glore übrigens den Film True Cost, über die wahren Kosten der Kleiderproduktion, sehr empfehlenswert.
Ehrlichgesagt weiss ich mittlerweile nicht mehr, wieviel ich dafür beim schwedischen Riesen bezahlen würde. Ich war seit Rana Plaza
 nur noch 1x in dem Laden. Denn es gibt Alternativen. Zum Beispiel Coop Naturaline. Die Sachen kosten nicht viel mehr. Ausser Strickware, da müsst ihr tiefer in die Tasche greifen. Das liegt daran, dass dies natürlich sehr aufwendig ist, und teilweise gar noch in der Schweiz (!) hergestellt wird, wie auch bei Erfolg. Krass nicht. Und ein Spartipp für alle Studis unter euch: Ich hab das öfters so gemacht, wenn ich wirklich was brauchte, oder wollte (ja ab und zu kauf ich auch einfach was, weil ich es will), hab ich es mir im Sale gekauft, der ist ja mittlerweile nicht mehr nur all Vierteljahr, sondern fast immer. Und genau darauf will ich hinaus. Es ist eine Illusion zu glauben, wir können uns weiterhin zu Tode konsumieren wie bisher, wenn wir kein zweites Rana Plaza und eine bessere Zukunft für unsere Enkelkinder wollen (sorry für den Pathos). Es muss ein Umdenken stattfinden! Und zwar besser heute als morgen. Statt 3 T-Shirts vom schwedischen Grosskonzern kauf ich mir 1 faires T-Shirt. Denn nur das ist wirklich nachhaltig. Denn auch Bio-Baumwolle sauft verdammt viel Wasser. Wenn wir weiter konsumieren wie bisher, einfach grün und nachhaltig, wird das nichts mit der enkeltauglichen Zukunft, sorry Leute. Aber mal ehrlich, brauchen wir überhaupt so viele T-Shirts, Pullis und Jeans im Schrank? Die Antwort könnt ihr euch wohl selber geben. Es geht darum, sich zu fragen, brauch ich wirklich noch ein 5. weisses T-Shirt? Könnte ich mir für die nächste Party vielleicht auch eins leihen von einer Kollegin, der Schwester, Mutter?

Es geht also darum, weniger und bewusster zu konsumieren. Anfangs mag das weh tun. Aber das Leben – das nachhaltige leben als Öko – ist kein Ponyhof, sorry. Und für Dinge, für die man etwas mehr bezahlt hat, haben auch mehr Wert. Was nichts kostet, ist nichts wert. Ein T-Shirt das ich für 5Fr.  gekauft habe, wozu sollte ich dieses reparieren? War ja so günstig. Und wenns mir nicht mehr gefällt, dann werf ichs halt weg. (aber halt,stopp, bitte nicht in die Altkleidersammlung. Warum nicht? Schaut euch mal true cost an). Bei einem T-Shirt, für das ich 25 oder 30Fr. ausgegeben habe, sieht das Ganze dann schon etwas anders aus. Weiter ist der Grund, weshalb Fairtrade/Bio momentan noch teurer ist, wohl eher, dass es noch eine Nische ist und diese Marken noch nicht im grossen Stil wie der Schwedische Riese produzieren können. Das macht es (momentan) noch teuer. Der Grund ist ABER nicht, der bessere Lohn, der den NäherInnen bezahlt wird. Gemäss Erklärung von Bern (
https://www.evb.ch/themen-hintergruende/konsum/mode/existenzlohn/) würde ein faires Kleidungsstück bloss 20 Rappen (ca. 18 Cent) mehr kosten. Daran kanns nicht liegen. Das Argument, das die Firmen immer bringen, faire, existenzsichernde Löhne können sie sich nicht leisten, damit wären sie nicht mehr konkurenzfähig, stimmt so nicht. Es geht ums sich leisten wollen.

 

 

Es geht darum, weniger und bewusster zu konsumieren.  Punkt. Denn was wir wollen und dringend brauchen, ist nichts weniger als eine Fashion Revolution. Und genau diese steht diese Woche im Mittelpunkt. Diesen Sonntag, am 24. April jährt sich der Kleiderfabrikeinsturz in Rana Plaza, Bangladesh, bei dem über 1123 Menschen ums Leben kamen und mit über 2000 Verletzten, zum dritten Mal. Anlässlich dieses Jahrestages finden weltweit, auch in der Schweiz, unter anderem in Zürich und Luzern, Events statt. Hingehen, es lohnt sich. 

Hier findet ihr Infos dazu:

http://fashionrevolution.org/country/switzerland/

https://www.facebook.com/events/196908800685085/

 

 

Was ist euere Meinung dazu?

 

Weiterführende Artikel:

https://www.evb.ch/themen-hintergruende/konsum/mode/existenzlohn/die-10-beliebtesten-ausreden-der-modefirmen/

https://www.evb.ch/medien/medienmitteilung/ernuechternder_osteuropa_report_auch_made_in_europe_garantiert_naeherinnen_keinen_existenzlohn/

 

 

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Ostern in vegan

Ostern in vegan

 

Ostern ist schon wieder vorbei. So schnell geht das alles.

Trotzdem will ich euch meine Osterrezepte nicht vorenthalten. Denn die nächsten Ostern kommen ganz bestimmt, das kann ich euch versichern.

 

Für die Familienfeier hab ich einen Eiersalat gemacht, Rohkost-Eier sowie einen Osterfladen. Natürlich alles vegan.

Die Sachen wurden sehr lecker. Der Eisalat hat sogar den Grossvater meines Freundes überzeugt und den Osterfladen bekam ich auch viele Komplimente.Osterfladen ist ein typisches schweizerisches Gebäck, welches es traditionell zu Ostern gibt. Die Basis ist ein Mürbeteig, gefüllt mit entweder Griess- oder Milchreisfüllung. Ich hab das Rezept von Tier im Fokus – eine sehr coole Schweizer Tierrechtsorganisation übrigens – genommen, welches mit einer Griessfüllung ist. Ich war ja mit dem Teig nicht ganz zufrieden, irgendwie war er mir etwas zu trocken und brösmelig. Naja, war auch mein 1. Versuch.

Und eigentlich war er auch noch mit einem Hasen verziert, doch der hat sich wieder aus dem Puderzuckerstaub gemacht. Irgendwie war mein Kuchen wohl zu feucht für ihn.

Hier das Rezept für den Osterfladen: http://www.tier-im-fokus.ch/tif-topf/osterfladen/

 

Beim Eisalat würd' ich euch empfehlen, etwas mehr Majo zu machen, die Teigwaren und Kichererbsen saugen ganz schon auf, und das wär schade, wenn er zu trocken wäre, ist meinem Freund letztes Jahr passiert :). Wichtig ist auch, dass die Kichererbsen sehr weich gekocht sind, falls ihr sie selber kocht. Zudem find ich, Spiralnudeln bzw. Fusilli eignen sich am Besten, da sie von der Konsistenz her gekochtem Eiweiss am nächstem kommen. Falls ihr welche aus der Dose/Glas nehmt, schüttet das Wasser nicht weg, damit könnt ihr vegane Meringues (Baisers) machen :).
Aquafaba ist der neue vegane Hype, gibt ganze Facebook-Gruppen dazu, und sogar in die Betty-Bossy-Zeitschrift haben sie's geschafft. Echt genial. Es gibt sogar eine offizielle Aquafaba-Website :). http://aquafaba.com

Übrigens, wusstet ihr, dass Aquafaba gar nichts Neues ist, sondern während dem Krieg, als Eier knapp und teuer waren, entdeckt wurde, als billiger Ersatz für Eischnee? Cool nicht? Ihr könnt auch Wasser von anderen Bohnen nehmen, z.B. roten oder blauen :).

Ich hab das Rezept für das Aquafaba von Veganblatt genommen, auch ein sehr cooler Blog/Website: http://www.veganblatt.com/veganer-eischnee-aquafaba

Das Eisalat-Rezept hat mir meine gute Freundin Sophia empfohlen, dieser sei angeblich besser als jeder andere, gemäss ihr. Na wenn das mal nichts heisst. http://kuechenmamsell.blogspot.ch/2014/10/veganer-eiersalat.html
Auf diesem Blog hats übrigens auch noch viele andere leckere Rezepte.

Die Rohkost-Eier hab ich ganz spontan gemacht, nach einem Rezept der tollen Stina Spiegelberg, welches sie kurz vor Ostern auf Facebook gepostet hat. Stinas Blog veganpassion.de kann ich übrigens sehr empfehlen, viele leckere, etwas ausgefallene, v.a. süsse Rezepte, wie Karotten-Käsekuchen, rote Beete-Apfelkuchen, aber auch salzige Rezepte, wie Kürbis-Zwiebelkuchen oder grüne Käsestangen. Na, läuft euch auch schon das Wasser im Mund zusammen?

Die Rohkosteier musste ich einfach ausprobieren, weil sie so witzig echt aussehen, mit den Pistazien, wie Gras rumherum. Schmecken tun sie natürlich auch gut. Falls ihr aber , so wie ich, keinen Hochleistungsmixer habt, empfehle ich euch dringend, die blanchierten Mandeln vorher einzuweichen und mit einem grossen Messer kurz etwas zu zerkleinern anschliessend. Mein Stabmixer hat da nämlich kapituliert, ich hab erst noch mehr gemahlene Mandeln reingetan, was aber auch nicht half, und so änderte sich natürlich die ganze Konsistenz. Geschmeckt haben sie trotzdem.

Hier das Rezept dazu: http://veganpassion.blogspot.ch/2016/03/osterbrunch-erfrischende-rohkost-eier.html

 

Noch ein paar Tipps fürs vegane Osternest:

Meine veganen Osterhasen hab ich übrigens im Gänterli in Luzern und beim hellovegan-Versand gekauft. Beim Gänterli gab es sogar vegane Milchschokoladehasen von Schönenberger, einer Firma aus Luzern, die leckere vegane Fairtrade Schoggi herstellt. Bei hellovegan hab ich leckere österliche Schoggitafeln von Zotter, einer tollen Firma aus Österreich, die Fairtradeschoggi herstellt, und hübsche, teure Eier von booja-booja, einer Firma, die sündhaft gute, vegane fairtrade Schokolade herstellt. Hier der Link: http://boojabooja.de

Hellovegan hat übrigens auch ganz viele leckere Rezepte, wie vegane Nidlewähe – den hab ich selber schon auf dem Vlowers-Frühstücksbrunch in Zürich gekostet und für gut befunden – oder meinen Lieblingsschokoladeriegel mit den Erdnüssen in der veganen Version, mein Ruin :). https://www.hellovegan.ch/shop/suessigkeiten/schokolade/gomaxgo-jokerz-schokoriegel-60g/

Und Müller Reformhaus hat übrigens auch immer einiges an veganem Osterzeug.

 

 

Viel Spass beim Nachbacken und Kochen. Bin gespannt, wies euch schmeckt.

 

 

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Lauch-Chutney

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Zwetschgenblechkuchen

Und ich hab schon wieder gebacken. Wir hatten noch reichlich Zwetschgen im Gefrierfach, die gebraucht werden wollten. Und da ich für meine Mutter und ihre Gäste zum Geburtstag vegane Kuchen backen durfte, passt das ausgezeichnet. Noch besser passte, dass ich mir das Peace Food Kochbuch von der ZHB Luzern ausgeliehen habe und darin ein Rezept für einen Zwetschgenblechkuchen fand. Sie nennen es Zwetschgenfleck. Was ich einen etwas komischen Namen finde, deshalb hab ich ihn kurzum umbenannt. Auch hab ich das Rezept ein kleinwenig geändert. Ich hab einfach 560g Weissmehl genommen, statt Dinkel und Dinkel-Vollmehl. Das nächste Mal werde ich aber sicher Dinkelmehl nehmen, doch das war grad alle :). Und dann hätten da noch 360g Reissirup reinsollen. Hm, fand ich ganz schön viel und ganz schön teuer. Dafür war mir der Reissirup doch zu schade. Ich liebe Reissirup, der schmeckt so herrlich karamellig, aber den verbacken, viel zu schade. Das interessante an Reissirup ist auch, dass er fructosefrei ist, aber mit den Zwetschgen ist dass dann eh umsonst, da die ja Fructose enthalten. Lange Rede, kurzer Sinn, ich hab einfach Rohzucker stattdessen genommen. Hab die Menge auch recht reduziert. So war die Spannung gross, als ich den Kuchen dann probierte, und was soll ich sagen, er schmeckte einfach nur köstlich. Wirklich fantastisch. Und er geht superschnell. Ich kann ihn mir auch gut vorstellen mit Äpfeln, Aprikosen, Birnen oder anderen Früchten. Euer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Übrigens, auch die Gäste waren begeistert. Und der war sogar vegan, zu deren Erstaunen. 

 

Zwetschgenblechkuchen ( Zwetschgenfleck adaptiert aus dem Buch Peace Food – das vegane Kochbuch von Ruediger Dahlke, Gräfe und Unzer Verlag, 2003)

 

 

Zutaten für ein Blech von ca. 32-32 cm

560g Mehl (Weissmehl)

0.5 TL Meersalz
1.5 TL Natron
1.2 dl Sonnenblumenöl oder Rapsöl
2.3 dl Pflanzenmilch
250g Rohzucker (hab Muscovado gemischt mit Rohzucker genommen)
1 TL Apfelessig
0.5 TL Vanillezucker
1 TL Zimt
ca 500g Zwetschgen und einige rote Johannisbeeren

Mandelblättchen nach Belieben

 

Zubereitung

1. In einer Schüssel alle trockenen Zutaten mischen. In einem zweiten Gefäss die flüssigen Zutaten mischen.

2. Ofen auf 180 Grad vorheizen.

3. Trockene und flüssige Zutaten mit einem Schneebesen kurz verrühren. Das Backblech mit Backpapier belegen und den Teig gleichmässig verstreichen. Dann mit den Zwetschgen belegen. Falls ihr mögt, könnt ihr noch Mandelblättchen draufstreuen.

 

Den Zwetschgenblechkuchen ca. 40 Minuten backen (Ich stell die Uhr jeweils auf 30 Minuten und dann stell ich ab, so kann ich gut noch die Restwärme nutzen.)

Viel Spass beim Nachbacken und guten Appetit wünsch ich euch.

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Banana Bread

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Couscous Oriental STyle

Ich liebe arabisch angehauchtes Essen. Taboulé, Falafel, Tajine, Houmous. Ich könnt das Zeug jeden Tag essen. Und zu meinem Glück ist das meiste auch noch vegan. Das wichtige dabei sind die Gewürze, wie Zimt und Kardamom. Aber auch die Mischung von Süss und pikant ist typisch. Dieses Rezept hab ich von einer Kollegin, mit der ich ein Wochenende für umweltinteressierte Studierende organisiert habe, und ich war so begeistert. Ich hoffe, es schmeckt euch genauso.

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Orangen-FEnchel-Salat

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Blaubeer-Himbeer-Tiramisu

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